3. Herzenswunsch

Wir machen Wünsche wahr!

Noch einmal im Leben Paris sehen ...

Julia Schönmuth und Wolfgang Freywald


Angie Stardust (59) ein schillernder Name, den viele kennen. Er war jahrelang aus der Hamburger Nachtszene nicht wegzudenken. Angie, eine Transsexuelle, in Harlem geboren, machte schon mit 14 in Amerika Kabarett. Sie sang sich mit ihrer tiefen Stimme und traumhaften Gospels in in die Herzen der Menschen. Mit 25 wurde sie in schwarzen Theaterkreisen angefeindet, weil sie als Travestit auftrat.

Heute ist sie schwer krank, hatte mehrere Schlaganfälle. Sie kann kaum gehen, hat viele andere Leiden. "Ich wünschte mir, noch einmal in meinem Leben Paris zu sehen. Aber wie sollte ich das mit meinem kaputten Körper schaffen?" Die Lübecker Wunsch Company hörte von diesem Herzens- wunsch, beschloss, ihn zu erfüllen.

Schon vor 30 Jahren kam Angie Stardust über den großen Teich, trat in Cannes, Marseille, Paris, St. Tropez und in Berlin auf. Immer bot sie eine Show, die Weltklasse hatte. Sie besang 3 CDs, spielte in vier Filmen mit. Der bedeutendste: "Stadt der verlorenen Seelen" von Rosa von Braunheim.



1974 verschlug es sie nach Hamburg, "hier blieb ich hängen." Sie trat lange im Pulverfaß auf, übernahm 1990 "Angie´s Nightclub" auf der Reeperbahn, der direkt neben Schmidts Tivoli liegt.

Dann kamen die schweren Leiden, die Karriere war schnell zu Ende. Die Füße versagten ihren Dienst. Sie konnte nicht mehr gehen, war seitdem an den Rollstuhl gefesselt. "Ich weiß nicht, wie lange ich noch lebe. Bevor ich sterbe, wollte ich noch einmal Paris sehen, ich lebte viele Jahre dort."

Mit ihrer persönlichen Pflegerin Anette Tillmann, dem Vizepräsidenten der LWC, Dr. Lutz Dziwisch (44, Arzt) und Klaus Kretschmann (45) startete sie per Rollstuhl zur Erinnerungstour durch Paris. "Unglaublich, ich durfte Paris noch einmal genießen, auf der Seine mit dem Ausflugsdampfer fahren. Und der Eifelturm ist bei Nacht immer noch so faszinierend wie damals."



Angie strahlt beim Anblick der ihr gut bekannten Plätze, dem Künstlerviertel, in dem sie wirkte.

Montmartre, Sacré Coeur, Champs-Elysées, Triumphbogen und das nächtlich erleuchtete Paris waren nur einige Stationen. "Alte Erinnerungen steigen in mir hoch," dann verstummte sie, wurde ganz leise. Plötzlich schrie sie voller Begeisterung: "I remember! It´s wonderful!" (Ich erinnere mich! Es ist wunderschön!)" tbf251019 Auch der Prominentenfriedhof "Père Lachaise" stand auf dem Programm. Sie besuchte dort ihren
verstorbenen alten Freund James Douglas Morrison, mit trat sie einmal auf.



Die Straßencafés, die typisch französische Atmosphäre und Paris bei Nacht nahmen Angie in ihren Bann. "Ich glaubte, ich würde Paris nie mehr sehen, jetzt ist der Eifelturm in greifbarer Nähe." Am Sonnabend klang der Abend mit einer Stadtrundfahrt durch das nächtliche Paris und einem köst- lichen Dinner aus. Am Sonntag hieß es dann, Abschied nehmen, von der französischen Metropole, mit unvergeßlichen Eindrücken im Herzen.



Die Lübecker Wunsch Company, die seit über einem Jahr schwerstkranken Kindern und Erwach- senen einen Herzenswünsche erfüllt, bekam Hilfe von allen Seiten. Das Deutsche Rote Kreuz stellte einen Rettungswagen, fuhr die Künstlerin zum Flughafen. Air France stiftete die Flüge, das Interconti Paris die Zimmer, Sixt den franz. Kleinbus. Die Allianz und die Berlin-Kölnische Vers. übernahmen die nötigen Reiseversicherungen. Und die Deutsche Botschaft in Paris stellte sogar einen Fahrer, der die kleine Gruppe über die drei Tage durch Paris fuhr. Angie: "Danke an alle, die mir diese wunder- schöne Parisreise ermöglichten."

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