1. Herzenswunsch

Wir machen Wünsche wahr!

Mit dem Wasserflugzeug über Hamburg

Ein Herzenswunsch ging für eine Schwerstkranke in Erfüllung




Die 75jährige Ingrid Rudolph im Wasserflugzeug über Hamburg

Ideengeber Stephan Löffler (28) und Mitgründer des am 13. August ins Leben gerufenen Vereins, hörte vom Hamburger Hospiz und wandte sich an die Pflege-leitung. Die erzählten ihm vom sehnlichsten Wunsch von Frau Rudolph, noch einmal mit einem Wasserflugzeug über den Hamburger Hafen fliegen zu können. Es war für die Lübecker Wunsch Company eine Herausforderung. Denn es war der erste Herzenswunsch, den es zu erfüllen galt und gleichzeitig die Bewährungsprobe. Stephan Löffler, 1. Vorsitzender: "Es geht uns um kranke Menschen, denen wir neue Lebenskraft und neuen Lebensmut schenken wollen. Ziel ist es, für schwerkranke Menschen etwas zu tun, und dabei alles zu versuchen, um ihren Herzenswunsch auch zu realisieren. Wir wollen uns ernsthaft um die Menschen kümmern." Die Mitglieder der Lübecker Wunsch Company begannen mit Eifer, den Wunsch zu realisieren. Mit dem Deutschen Roten Kreuz Hamburg wurde telefoniert. Sponsoren gesucht. Die Hamburger Feuerwehr eingeschaltet. Die Wasserflugzeugfirma an den Landungsbrücken aesprochen. Das Hospiz mußte das Vorhaben unterstützen. Termine wurden koordiniert, der Transport organisiert und es mußte geklärt werden, wie die Schwerkranke ins Flugzeug kommt. Alle Probleme wurden gelöst, alle Helfer waren bereit, die Aktion selbst- und kostenlos zu unterstützen. Dann war es endlich soweit: Das DRK holte Ingrid Rudolph, Sigrid Kapitzke, eine Betreuerin und weitere freiwillige Helfer des Vereins vom Hospiz ab, fuhren alle zu den Landungsbrücken. "Ich freue mich schon riesig auf den Flug," erzählte die Wahltimmendorferin. "Ich kann noch gar nicht glauben, daß mein Wunsch nun in Erfüllung geht." Ansonsten war sie ganz gelassen.



Die Helfer vom DRK setzten Frau Rudolph in ihren Rollstuhl, fuhren sie in Richtung Wasser. Am Feuerschiff erwarteten sie schon Feuerwehrleute, erklärten ihr, was nun weiter geschieht, brachten sie zum Wasserflugzeug. Dann ging alles sehr schnell und es sah zumindestens sehr leicht aus. Doch die Feuerwehrleute leisteten Schwerstarbeit: Sie breiteten ein besonderes Tragerät aus Stoff mit mehreren Haltegriffen aus, setzten die Schwerkranke hinein. 7 Feuerwehrleute hievten die alte Dame über das Ponton, das im Wasser schwimmt, weiter auf die Schwimmkufen des Flugzeugs und dann über eine dünne Eisenleiter in die Flugkabine. Frau Rudolph und ihre Begleiter wurden angeschnallt, danach hob sich der Flieger in den Himmel. Kaum jemand kann sich das glückliche Gesicht von Ingrid Rudolph vorstellen, als sie den Hamburger Hafen unter sich vorbeiziehen sah. Sie lächelte, drückte die Hände des 2. Vorsitzende, Wolfgang Freywald, ganz fest. "Ich bin so dankbar," dann stockte ihre Stimme, Tränen kullerten über ihre Wangen. "Da, sehen sie mal, das Atlantic, und da ist das Polizeihochhaus." Sie konnte vieles auch aus der Vogelperspektive deuten, freute sich wie ein kleines Kind.



Der Flug ging auch über die Alster, und natürlich wurde eine große Runde über den Hamburger Hafen gedreht. "Oh schauen sie doch nur, diese vielen Schiffe, die unzähligen Containern, einfach überwältigend." Dann mach sie sogar einen Scherz: "Jetzt fehlt doch nur noch die Stewardeß, die den Sekt bringt, meinen sie nicht?" Zwinkerte mit den Augen und lachte herzlich. Eine halbe Stunde ging der Flug, dann landete der Wasserflieger wieder. Ingrid Rudolph: "Ich werde den Flug bis an mein Lebensende nicht vergessen. Es war eine Wucht. Ich hatte keine Angst und keine Minute das Gefühl, daß mir die Luft ausgeht." Sie bedankte sich auch bei den Feuerwehrmännern, die sie wieder aus der Kabine holten und in den Rollstuhl setzten. Dann wurde die glückliche alte Dame vom Deutschen Roten kreuz wieder übernommen und ins Hospiz gebracht. Wolfgang Freywald, 2. Vorsitzender der Lübecker Wunsch Company e.V.: "Die Feuerprobe ist bestanden, wir konnten den ersten Menschen glücklich machen. Dies ist unser, sicherlich nicht immer leichtes Ziel. Wünsche von schwerkranken Kindern und Erwachsenen sind oft etwas ganz Besonderes, sie umzusetzen braucht Ideenreichtum und auch Geld. Man ist immer auf die Hilfe von außen angewiesen. Darum bitten wir Fmen und alle Menschen, die dieser Idee unterstützen wollen, jeder auf seine Art, uns zu helfen. Wir brauchen immer neue Wünsche, um noch mehr Menschen in ihrem besonders schwierigen Lebensabschnitt Mut zu machen. Bitte helfen sie uns, neue Wünsche zu finden und helfen sie mit, Wünsche zu erfüllen. (Text: tbf Fotos: tbf/Kretschmann)



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